Vereint auf dem Weg nach oben

 

Mit fünf Siegen startete Zug RC in die NLC-Saison. Am Samstag musste sich St. Gallen 17:7 geschlagen geben. Nach der Fusion der drei Zuger Rugbyvereine kehrt der Erfolg zurück. Zug strebt die Aufstiegsspiele an.

Kick-off für die Bishops aus St. Gallen. In hohem Bogen fliegt der Ball in die Zuger Hälfte, gejagt von den St. Gallern. Der Zuger Stürmer McPherson fängt und nur wenige Augenblicke später wird er vom Gegner mit voller Wucht getackelt und zu Boden geworfen. Ihm gelingt es den Ball am Boden zurückzulegen. Über ihn verkeilen sich im Kampf um den Ball weitere Leiber ineinander.

Rugby ist hart. Doch es gilt ein strenger Kodex von gegenseitigem Respekt und Fairness. Durchgesetzt auch vom Referee ohne jeglichen Widerspruch durch die Spieler. Oscar Wilde beschrieb es so: „Fussball ist eine Gentleman-Sportart gespielt von Raufbolden. Rugby ist eine Raufbold-Sportart gespielt von Gentlemen.“

Von der Kuhwiese zum Kunstrasen

Seit über 30 Jahren wird in Zug Rugby gespielt. 1992 wurde mit dem RC Zug der erste Klub gegründet – von Schweizern, Englängern, Neuseeländern. Lange blieb Rugby in Zug eine Nischensportart. Für Spiele mussten auch schon Kuhwiesen herhalten. Dennoch der Cupfinal im 2003, sowie der Halbfinal im 2007 und eine kurze Phase in der NLB bildeten sie sportlichen Höhepunkte.

Seit einigen Jahren ist Rugby in Zug im Aufwind – die Klubs Baar Panthers und Zug Bombers kamen hinzu. Unter Anleitung von engagierten Lehrern wurde an Schulen wie das Kollegium St. Michael und der International School  Rugby gespielt, woraus sich die heute ansehnliche Rugby School Zug für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren entwickelte. Mit Rugby4School wurde 2012 in Zusammenarbeit mit dem Amt für Sport ein Förderprogramm von Rugby an Schulen erfolgreich lanciert – auch am kantonalen Schulturnier 2013 nahmen zahlreiche Teams aus der ganzen Region teil.

Rugby ist in Zug etabliert. Trainiert und gespielt wird auf guten Plätzen in Zug und Baar. Und der neue Kunstrasen in Unterägeri hat als erster Platz der Schweiz gar alle nötigen Spielfeldlinien fix eingezeichnet. Die Fusion der drei Klubs im Frühjahr 2013 zum Zug Rugby Club bündelt nun die Kräfte der über 200 Klubmitglieder. Coach Ryan Hunter formuliert seine Erwartungen deutlich: „Ziel für die erste Mannschaft müssen die Aufstiegsspiele zur NLB sein.“

Ein Sport für alle

Im Rugby hat es Platz für alle. Gegen die Bishops waren die ältesten Spieler die schweren Stürmer auf der Prop-Position Carassus (48) und Gisler (45), die jüngsten Spiel Suter, Kelso, Volschenk sind keine 18. Für Zug spielen Schweizer, Deutsche, Franzosen, Engländer, Italiener, Südafrikaner, Schotten, Neuseeländer, Iren, Australier „Der Klub leistet einen wichtigen Beitrag für die Integration von Ausländern – auch von Expats, die nur kürzere Zeit hier sind“, betont Co-Coach Stephen Maclennan, selber Schotte, früher in Deutschland zu Hause und jetzt in der Schweiz.

Elio Gallo, Urgestein des Zuger Rugby Sports, ist überzeugt: „Die aktuelle positive Entwicklung  kommt nicht von ungefähr. Wir haben lange Zeit in die Jugendarbeit investiert und an unseren Strukturen gearbeitet. Heute werden wir ernst genommen.” Am Samstag stand auch Gallo gegen St. Gallen auf dem Platz, musste sich nach dem Spiel eine Augenbraue nähen lassen. Er liess es sich nicht nehmen zur „Dritten Halbzeit“ zum traditionellen BBQ zurück auf den Platz zu kommen, um mit seinem Kontrahenten, der ihm die Schramme verpasst hatte, das Glas zu heben. „Cheers, mate!“ Immerhin, auch der andere humpelte.

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